Was wir in der letzten Zeit auf die Beine gestellt haben

Mit verschiedenen Projekten möchte der Verein die Lebensgrundlagen für Tiere und Pflanzen in unsere Gemeinde neu schaffen oder verbessern und die Artenvielfalt (Biodiversität) steigern. Dazu sind neben der aktiven Realisierung auch Datenerhebungen und politische Tätigkeiten notwendig.
Zusammen mit anderen Organisationen und Fachstellen, der Gemeinde Birmensdorf und Privatpersonen werden diese Projekte umgesetzt.

Mohn blüht in Risiloch
Mohn blüht in Risiloch

Das Risiloch

Im Gebiet der Unteren Risi finden Sie ein Naturschutzjuwel der Gemeinde Birmensdorf – das Feuchtgebiet Risiloch. Durch den Austritt von kalkreichem, leicht salzigem Hangwasser entstand ein Hochstauden-Hangried. Solche Feuchtgebiete sind typische Elemente der durch die Gletscher geformten Landschaft von Birmensdorf. Die Landschaft von Birmensdorf wurde geprägt durch die Endmoränen des Linth-/Rhein- und des Reussgletschers, welche die Hochplateaus Hafnerberg, Ättenberg und Sternen – Fürhoger – Gloggenmaas ausgeformt haben. Dadurch dass sich die Reppisch tief in die Moränenlandschaft eingegraben hat, entstanden Abhänge, an denen höhergelegene Grundwasserleiter zutage treten. In diesen Quellgebieten bildeten sich Quell- oder Hangriede, die früher zum Beispiel als Streuwiesen genutzt wurden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft verschwanden diese Hangriede.

Das Risiloch wurde 1991 ins Inventar der kommunalen Naturschutzgebiete aufgenommen.

Unser Natur- und Vogelschutzverein hat sich mit der Baugenossenschaft Milchbuck dafür eingesetzt, dass dieses Juwel erhalten und in die Gestaltung der Wohnsiedlung eingebettet werden kann. Verschiedene, besonders sensible Teile des Naturschutzgebietes müssen vor Tritt und Störungen geschützt werden. Dies bedingt leider, dass im Rahmen der Umgebungsgestaltung der Wohneinheiten das Gebiet eingezäunt werden musste. Helfen Sie uns bitte, durch ein repektvolles Verhalten gegenüber dieser vielfältigen Natur, dieses Naturschutzobjekt zu erhalten.

Wulikon Teich mit Blindschleiche
Eine Blindschleiche sucht das andere Ufer

Wulikon, die kleine Oase

Der NVVB konnte 1999 das Grundstück angrenzend an ein bestehendes Biotop erwerben. Diese ehemalige Gartenfläche wurde geräumt und zu einem begehbaren Naturgarten umgestaltet. Hier arbeiten wir eins bis zwei Mal im Jahr, um Licht für die Teiche und Raum für Pflanzen zu ermöglichen.

Naturgarten – Was ist das?
In einem Naturgarten werden vielfältige Kleinstrukturen (z.B. Steinhaufen, Kiesflächen) und verschiedene Lebensraumtypen (z.B. Hecken, Astzaun, Erdwall, Blumenwiese, Teichlandschaft) geschaffen. Diese Vielfalt von Lebensräumen ist die Grundlage für eine vielfältige Fauna und Flora. Ende Jahr 2020 wurde der grosse Teich erneuert.

Naturgarten gestalten – Wie?
In einem ersten Schritt hat der NVVB die Grundanlage des zukünftigen Naturgarten gestaltet. Es wurde eine Bodenschürfung durchgeführt damit „nährstoffärmere – magere“ Bereiche entstehen. Auch eine Teichlandschaft wurde gestaltet (Teich mit Folie). Ein Grossteil dieser Lebensträume wird sich die Natur allmählich selbst erobern und gestalten. Neue Pflanzen und Tiere werden einwandern und andere verschwinden. Passende aber selten gewordene Pflanzenarten bringen wir mit Neupflanzungen zurück.

Naturgarten – Warum?
Durch den Naturgarten wird Natur direkt erlebbar. Wir laden die Birmensdorferinnen und Birmensdorfer ein in dieses Gebiet einzutreten. Nehmen Sie sich Zeit das Biotop zu entdecken – nehmen Sie sich Zeit die kleinen und grossen Wunder zu bestaunen. Entdecken Sie im Jahreslauf die Wandlungen im Naturgarten.

Mauersegler

Artenförderung Mauersegler

Der Mauersegler, auch Spyren genannt, ist ein fantastischer Flugakrobat. Als Zugvogel ist er bei uns nur im Sommer, den Winter verbringt er Südafrika. Jedes Jahr anfangs Mai kehrt er zu seinen gewohnten Brutplätzen bei uns in Birmensdorf zurück. Anhand beringter Mauersegler konnte festgestellt werden, dass derselbe Vogel mehr als 20 Jahre den gleichen Nistplatz aufsuchte. Es ist daher wichtig, dass bestehende Nistplätze erhalten bleiben. Die meisten Nistplätze befinden sich in älteren Ziegeldächern, wo die Vögel durch kleine Schlupflöcher in das Unterdach gelangen können. Bei Dachsanierungen werden diese Öffnungen leider oft verschlossen. Nachdem das Baugerüst entfernt ist, besteht meist keine Möglichkeit mehr solche Nistplätze wieder zugänglich zu machen. Die einzige Alternative ist dann ein Nistkasten an der Fassade oder unterm Dachvorsprung, wie in Pink City.

Meistens werden die Kästen mehrere Jahre bevor sie benutzt werden durch Jungvögel oder nichtbrütende «Verlobten»-Paare angeflogen und «rekognosziert».

Ciconia ciconia
Ciconia ciconia

Artenförderung Weissstorch

Im November 2021 wurden mit Hilfe von Lüscher Gartenbau bei der Katolischen Kirche auf eine Pappel Äste gesteckt und damit die Grundlage für ein Storchennest geschaffen. Jetzt warten wir auf interessierte Störche – hoffentlich schon im nächsten Frühling.