Das Pilzjahr: Die Pilze Birmensdorfs im Saisonverlauf
Zusammengestellt von Andrin Gross (Text und Bilder; weitere Bilder von www.pilzepilze.de)
Pilze gibt es jahrein, jahraus im Supermarkt zu kaufen. Sie kommen fast ausschliesslich aus Pilzzuchten oder werden aus fernen Ländern importiert. Aber wie sieht es eigentlich mit den einheimischen Speisepilzen aus? Wachsen unsere Pilze nur im Herbst oder können auch sie das ganze Jahr über gefunden werden? Und wo sucht und findet man sie, die begehrten Köstlichkeiten? Auf dieser Seite finden Sie die Antwort dazu und erfahren zusätzlich weitere spannende Dinge über unsere heimischen Pilze. Natürlich kann hier nur eine kleine Auswahl der möglichen Pilzarten vorgestellt werden, doch wenn man diese kennt, wird es einem das ganze Jahr hindurch nie langweilig.
Frühling
Wenn die Tage länger und die Nächte frostfrei werden, wenn die Pflanzen langsam wieder ihre Blätter ausbreiten, und die ersten Frühblüher spriessen, dann beginnen die gewieften Pilzsammler das Wetter akribisch genau zu studieren. Warum? Das alljährliche Morchelfieber hat soeben begonnen. Es ist Morchelzeit! Alle Morchelarten wachsen ausschliesslich im Frühjahr. Ist es zwischen März und Mai zu kalt oder zu trocken, muss man sich wieder ein Jahr gedulden. Aber es gibt auch andere Pilze, die ausschliesslich im Frühling ihre Sporen in den Wind schiessen. Hier seien die wichtigsten und häufigsten Arten vorgestellt. Warum diese Pilze nur im Frühling erscheinen, ist immer noch ein Rätsel. Ähnlich wie bei den Frühblühern der Pflanzen werden sich daraus wahrscheinlich einige Vorteile für die Pilze ergeben, die aber allesamt noch nicht gut erforscht sind.
Speisemorchel Märzellerling Maipilz Schuppiger Porling
Speisemorchel Märzellerling Maipilz Schuppiger Porling
Morchelbecherling      
Morchelbecherling
Sommer
Ist die Morchelzeit einmal vorbei, wird der Laie wahrscheinlich die Sommerflaute erwarten. Zugegeben, wenn es wochenlang warm und trocken bleibt, ist im Wald in Sachen Pilze nicht gerade viel los. Doch diese Wetterkonstellation trifft bei uns leider allzu selten zu. Häufig werden warme Sommertage mit Gewittern beendet. Es gilt also, das Wetter genau zu studieren. Bleibt es während mindestens zwei Wochen konstant feucht und warm, lohnt es sich einmal einen Augenschein im Wald zu nehmen. Unter diesen Bedingungen kommt es oft zu wahren Pilzexplosionen. Die Sommersteinpilze und viele mehr, sind dann begehrtes Jagdgut - auch in Birmensdorf.
Sommersteinpilz Flockenstieliger Hexebröhrling Frauentäubling Milchbrätling
Sommersteinpilz Flockenstieliger Hexenröhrling Frauentäubling Milchbrätling
Herbst
Mit dem Herbst wird die eigentliche Hochsaison der Pilze eingeläutet. Zu dieser Jahreszeit lassen sich die meisten essbaren (aber auch giftigen!) Pilze finden. Dies ist kaum erstaunlich, sind doch die Bedingungen für das Pilzwachstum im Herbst ideal. Die Böden trocknen nicht so schnell aus wie im Sommer und die Temperaturen erlauben immer noch ein kräftiges Wachstum. Geht man in dieser Zeit in den Wald, wird man von der Pilzvielfalt oft überwältigt und droht den Überblick zu verlieren. Es lohnt sich also, sich auf ein paar wenige Delikatessen, die aber reichlich vorkommen, zu konzentrieren.
Schopftintling Safranschirmling Herbsttrompete Lachsreizker
Schopftintling Safranschirmling Herbsttrompete Lachsreizker
Maronnenröhrling      
Maronnenröhrling  
Winter
Wer denkt, dass nach dem ersten Frost, die Pilzsaison endgültig vorbei ist, hat weit verfehlt. Klar, das Artenspektrum nimmt mit sinkenden Temperaturen kontinuierlich ab. Das Interessante ist aber, dass sich einige Pilze genau dies zu Nutze machen. Während die einen schlafen, werden die anderen aktiv und beginnen, ihre Sporen zu produzieren. Für einige Pilzarten scheint gerade diese halsbrecherische Strategie erfolgreich zu sein. Natürlich haben sich diese Pilze einige spezielle Eigenschaften zugelegt. Minustemperaturen können ihnen nichts anhaben. Im Gegenteil - erst dann "blühen" sie richtig auf.
Violetter Rötelritterling Samtfussrübling Austernseitling  
Violetter Rötelritterling Samtfussrübling Austernseitling  

Abschliessende Bemerkungen

Alle hier aufgeführten Pilze, ausser vielleicht dem Märzellerling und dem Austernseitling, kommen in Birmensdorf mehr oder weniger häufig vor. Es ist also durchaus möglich, dass Sie beim Spaziergang im Wald plötzlich über diese Pilzarten stolpern. Trotzdem ist Vorsicht geboten! Falls man die Pilze nicht sicher bestimmen kann, muss man sie von einer fachkundigen Person kontrollieren lassen. Pilzkontrollstellen gibt es z.B. in Urdorf oder Dietikon.

©2013 NVVB / shi